rechtsschutzversicherung
Erfahren sie hier mehr zum Thema Rechtsschutz bzw. Rechtsschutzversicherung

Was ist eine Rechtsschutzversicherung?

Ob der Streit mit dem Vermieter, mit dem Arbeitgeber oder aber die Frage nach der Schuld in einem Verkehrsunfall. Sicherlich plant keiner solch einen Streit in seinem Leben ein; doch sollte doch einmal ein Rechtsstreit entstehen, so kann dieser richtig ins Geld gehen. Wer allerdings im Vorfeld sich für solch ein Verfahren wappnen möchte, der ist mit einer Rechtsschutzversicherung (RV) gut beraten. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt bei Rechtsstreitigkeiten die Kosten für den Anwalt und die anfallenden Gerichtskosten. Darüber hinaus werden die Kosten für eventuelle Sachverständige und mögliche Zeugen übernommen. Sollten Sie dann noch den Fall verlieren, so werden auch die gesetzlich festgelegten gegnerischen Kosten von der Rechtsschutzversicherung übernommen. Sie als Versicherungsnehmer wären somit für einen Rechtsstreit zumindest finanziell gut aufgestellt, da Ihre Rechtsschutzversicherung die gesamten gesetzlich fixierten Kosten übernehmen würde. Doch welche Rechtsschutzversicherung wird überhaupt angeboten und welche davon ist für einen sinnvoll?

Übernahme der Gerichtskosten

Neben den Kosten für einen Anwalt fallen im Falle eines gerichtlichen Rechtsstreits auch immer Gerichtskosten an. Die Gerichtsgebühren sind im Gerichtskostengesetz (GKG) und der Kostenordnung (KostO) festgelegt und für jedermann einsehbar. Wie hoch die Gerichtskosten ausfallen ist immer vom Streitwert abhängig und durch wie viele Instanzen ein Rechtsstreit geführt wird. Um sich einen schnellen Überblick über mögliche Gerichtskosten können Sie im folgenden Prozesskostenrechner ermitteln. Wären Sie beispielsweise aktuell im Rechtsstreit und es würde um einen Streitwert bis 10.000,00 Euro gehen, so müssten sie im Falle eines Vergleichs mit 241,00 Euro Gerichtskosten rechnen. Würden sie den Prozess verlieren, so müssten sie auch die Kosten für den Prozessgegner übernehmen.

Schnell können so größere Summen für einen Prozess entstehen – erst Recht wenn man den Prozess verliert. Die Rechtsschutzversicherung würde für alle gesetzlich geregelten Gerichtkosten für sie als Versicherungsnehmer aufkommen. Gerade bei einem höheren Streitwert können die Kosten sehr schnell ansteigen. So wären zum aktuellen Zeitpunkt (Jahr 2015) bei einem Streitwert von 500.000,00 Euro eine Gerichtsgebühren von 3.536,00 Euro pro Partei fällig.

Übernahme der Kosten für Zeugen (Zeugengeld)

Werden für die Klärung des Rechtsstreits Zeugen benötigt bzw. geladen, so entstehen auch für diese entsprechende Kosten. Das sogenannte Zeugengeld wird dabei im Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG). Zeugen haben dabei Anspruch auf eine Entschädigung für:

  • Fahrtkosten
  • Aufwandentschädigung
  • Verdienstausfall
  • Nachteile bei der Haushaltsführung
  • Zeitversäumnis
  • Sonstige Aufwendungen

Das Zeugengeld wird ebenfalls im gesetzlichen Rahmen von der Rechtsschutzversicherung getragen. Dabei werden nicht nur die Kosten für die eigenen Zeugen getragen. Sollten Sie den Prozess verlieren und Ihr Prozessgegner hatte Zeugen geladen, so werden auch dessen Kosten von Ihrer Rechtsschutzversicherung übernommen.

Übernahme der Kosten für Sachverständige und Gutachten

Manchmal muss für die Klärung eines Rechtsfalls ein Gutachten her. Gerade bei Verkehrsunfällen ist es keine Seltenheit, dass ein Sachverständiger eingeschaltet wird um entsprechende Gutachten zum Unfall zu erstellen. Der Einsatz von einem Gutachter kann dabei nicht nur vom Kläger oder Beklagten erfolgen, sondern auch vom Gericht oder einer Behörde. Gerade bei ungenügender Fachkenntnis in bestimmten Sachgebieten geben Gerichte Fälle zur Klärung an einen Sachverständigen weiter. Aus diesem Grund werden die Gutachter dann auch Gerichtsgutachter oder Gerichtssachverständiger genannt. Dabei müssen es aber nicht immer Sachverständige sein. Übersetzer bzw. Dolmetscher fallen ebenfalls in diese Kategorie innerhalb der Gerichtskosten.

Die Höhe der Kosten für einen Sachverständigen werden dabei im Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) geregelt und abgerechnet. So können gerade komplizierte Rechtsfälle einen hohen Aufwand für Gutachter mit sich bringen und damit die gesamten Kosten für einen Rechtsstreit nach oben treiben. Je nach Fall können die Kosten für einen Sachverständigen sogar deutlich die Kosten der Gerichtskosten übersteigen. In solchen Fällen gilt es zu prüfen, ob ein Gutachten wirklich nötig ist.

Eine Rechtsschutzversicherung schützt Sie auch vor hohen Kosten für Sachverständige und damit verbundene Kosten. Wichtig ist hierbei die abgedeckte Leistung in der Versicherungspolice. Auch hier werden in der Regel alle gesetzlich festgelegten Sätze von der Versicherung übernommen. Sollten Sie den Prozess verlieren, so werden von der Rechtsschutzversicherung auch die Kosten für Gutachten vom Gericht und dem Prozessgegner übernommen.

Übernahme der Kosten für Vollstreckung

Haben Sie einmal einen Titel gegen Ihren Streitgegner erwirkt, bedeutet dies noch lange nicht dass dieser auch den Forderungen nachkommt. Das Gesetzt bietet ihnen in solchen Fällen die Möglichkeit einer Zwangsvollstreckung an. Hier können Sie z.B. einen Gerichtsvollzieher losschicken, um eventuelle Wertgüter pfänden zu lassen, oder eine Kontopfändung bei der Bank des Gegners beantragen.

Damit es aber überhaupt so weit kommen kann, müssen natürlich im Vorfeld alle Leistungen durch das Gericht aus eigener Tasche gezahlt werden. Konkret bedeutet dies, dass sie in erster Linie für die Kosten der ersten Mahnbescheide aufkommen müssen. Haben Sie dann den Titel erwirkt, so kann je nach Rechtsschutzversicherung der Rest des Vollstreckungsprozesses durch die Versicherung getragen werden. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die Rechtsschutzversicherung nur jene Fälle abdeckt, die auch in den Bausteinen ihrer Versicherung inkludiert sind.

Bevor Sie mit den Vollstreckungsversuchen beginnen wollen, ob Sie persönlich oder durch Ihren Anwalt, sollten sie sich eine Deckungszusage durch Ihre RV geben lassen. So haben Sie Gewissheit darüber, dass die Versicherung auch den Fall übernimmt und auch bezahlt. Je nach Versicherungsgesellschaft können dann mehrere Versuche einer Zwangsvollstreckung durchgeführt werden. Sind die Versuche ausgeschöpft und erfolglos verlaufen ist es ratsam bei der Versicherung nach weiteren Versuchen anzufragen. In der Praxis werden aus Kulanz weitere Versuche angeboten. Fraglich ist aber an dieser Stelle, ob erneute Versuche zum Ziel führen, wenn die vorherigen Versuche bereits fruchtlos verliefen.

Übernahme der Kosten für Mediation

Nicht immer muss ein Rechtsstreit vor Gericht ausgetragen werden. Nach wie vor haben die Parteien die Möglichkeit sich auch außergerichtlich zu einigen. Sollte die Position allerdings festgefahren sein, so bietet sich eine neutrale dritte Person an, um im Konflikt zu vermittelt. In dem Fall wird ein Mediator dazu geholt, um den Fall außergerichtlich zu klären. In der Mediation wird der Versuch unternommen den Streit zwischen den Parteien zu klären und nicht durch ein Gericht. So können langwierige Prozesse umgangen werden und schnelle Entscheidungen zwischen den Gegner hervorgebracht werden.

Je nach Rechtsschutzversicherung werden auch die Kosten für eine Mediation übernommen werden. Für sie als Versicherungsnehmer sollte an dieser Stelle wichtig sein, dass ein neutraler Mediator gestellt werden kann und nicht einer, welcher durch die Rechtsschutzversicherung bestimmt wird. Stellt die Versicherung den Mediator, so ist die Frage der Neutralität im Unklaren. Weiterhin könnte dieser nur auf die Kosten achten und somit im Sinne der RV agieren und nicht in Ihrem Sinne.

Welche Kosten übernimmt die Rechtsschutzversicherung nicht?

Trotz eines Rechtsschutzes werden nicht immer alle Kosten Übernommen. Das klassische Beispiel sind an dieser Stelle sicherlich die verhängten Geldstrafen. Sollten Sie von einem Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt werden, so werden zwar angefallene Anwalts- und Gerichtskosten von der Rechtsschutzversicherung getragen, für die Geldstrafe müssen Sie aber mit ihrem persönlichen Vermögen aufkommen. Darüber hinaus zahlt die RV auch nicht für Fälle, die bereits vor Versicherungsbeginn aufgetreten sind. Zum Teil müssen Sie bei manchen Versicherungen mit einer Wartezeit rechnen, bevor Sie die Rechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen können.

Weiterhin werden auch solche Fälle nicht von der Versicherung übernommen, welche als aussichtlos gelten. Hierunter fallen meist vorsätzliche Taten bzw. Straftaten. In solchen Fällen beurteilt die Versicherung im Vorfeld die Chancen auf Erfolg und wägt ab, ob die Kosten getragen werden oder nicht. Bei einem Rechtsstreit mit Vorsatz ist die Rechtslage meist eindeutig und die Chance auf einen erfolgreichen Rechtsverlauf damit bei fast 0 Prozent.

Darüber hinaus werden auch die Kosten in einem Scheidungsfall nicht übernommen. Hier sind die Parteien auf sich gestellt und können keine Unterstützung von Ihrer Rechtsschutzversicherung erwarten. Ein weiteres Beispiel sind auch Streitigkeiten um Baurecht. Hier übernimmt die Versicherung ebenfalls nicht die Kosten für einen möglichen Rechtstreit. Zu diesem Thema haben können sie hier mehr erfahren. In diesem Absatz erfahren sie mehr zu den Gebieten, welche nicht vom Rechtsschutz getragen werden.

Bausteine für eine Rechtsschutzversicherung

Bevor eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen werden soll, ist im Vorfeld zu klären wofür ein Police überhaupt benötigt wird. Im Folgenden werden die großen Bausteine eine Rechtsschutzversicherung vorgestellt.

Baustein Verkehrsrechtsschutz / Verkehrsrechtsschutzversicherung

verkehrsrechtsschutzversicherung
Mit dem Verkehrsrechtsschutz gut im Straßenverkehr abgesichert

Wer im Besitz eines Fahrzeugs ist, ist in Deutschland dazu verpflichtet eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Ohne einer Kfz-Haftpflichtversicherung kann kein Fahrzeug angemeldet bzw. weiter betrieben werden. Diese „Grundversicherung“ soll vor allem die anderen Verkehrsteilnehmer vor einem finanziellen Schaden schützen, falls sie als Unfallverursacher nicht die gesamten Kosten tragen können. Andere sollen somit nicht durch ihr Verschulden benachteiligt werden. Ein Haftpflichtschutz dient somit dem Schutz anderer und übernimmt keine Kosten für sie im Falles eines Unfalls. Bei Kfz-Versicherungen wären für solche Fälle Kaskoversicherungen nötig, damit auch ihr entstandener Schaden von einer Assekuranz übernommen werden soll.

Ähnlich einer Autoversicherung verhält es sich mit einem Verkehrsrechtsschutz. Dabei stehen aber nicht die anderen im Mittelpunkt der Absicherung, sondern sie als Versicherungsnehmer. Sollte es mal zu einem Versicherungsfall kommen, trägt eine Verkehrsrechtsschutzversicherung die Kosten für Gericht, Anwalt und falls nötig für Gutachten. Ein Verkehrsrechtsschutz sollte in der Policen-Beschreibung nicht nur den Schutz am eigenen Fahrzeug absichern, sondern auch an fremden Fahrzeugen. Denn es kann auch durchaus vorkommen, dass sie zu Unrecht bei einem Sachverhalt beschuldigt werden. In solchen Fällen sollte eine Verkehrsrechtsschutzversicherung die nötigen Optionen in Betracht ziehen, um ihre Unschuld zu beweisen und falls nötig den Schuldigen ausfindig zu machen.

Weitere Gebiete für eine Verkehrsrechtsschutzversicherung können Streitigkeiten mit Behörden darstellen. Dabei ist nicht die Rede von einem Knöllchen sondern von schweren Vergehen im Straßenverkehr. Z.B. eine überfahrene rote Ampel oder der Entzug des Führerscheins. Nicht immer handeln Behörden korrekt und dann kann eine Entscheidung zu ihrem Nachteil getroffen werden. Nach einer vorherigen Prüfung auf Erfolgsaussicht wird eine Verkehrsrechtsschutzversicherung auch in solchen Fällen aktiv und übernimmt die Kosten für den Rechtsstreit. Die Kosten für einen Rechtsstreit übernimmt eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung auch bei Streitigkeiten mit einer Werkstatt oder bei unbegründeten Schadensersatzforderungen gegen sie. Der Versicherungsschutz gilt nicht nur für sie als Versicherungsnehmer, sondern kann auf Wunsch auch für die gesamte Familie ausgeweitet werden (s. Familienversicherung).

Für alle die kein eigenes Auto besitzen gibt es auch die speziellen Fahrer-Rechtsschutzversicherungen. Diese versichert sie dann als Verkehrsteilnehmer mit einem fremden Fahrzeug.

Das können sie von einer Verkehrsrechtsschutzversicherung erwarten

  • Übernahme der Kosten für unter anderem Gericht, Anwalt, Gutachten
  • Schutz am eigenen und fremdem Fahrzeug
  • Absicherung bei Streit mit Behörden, Werkstatt und anderen Verkehrsteilnehmern
  • Ein Verkehrsrechtsschutz für die ganze Familie möglich

Baustein Privatrechtsschutz / Privatrechtsschutzversicherung

Ähnlich dem Straßenverkehr können auch im Privatleben Situationen auftreten, wo ein guter Rechtsbeistand nötig wird. Sei es der Nachbar mit der Hecke oder eine defekte Lieferung; für solche Fälle ist man mit einem Privatrechtsschutz gut beraten. Die Privatrechtsschutzversicherung wird dann in einem Versicherungsfall die Kosten für einen Prozess tragen und sie somit vor finanziellen Ausfällen schützen. In der Regel umfasst dies Kosten wie den Anwalt, Gerichtskosten oder auch Entschädigungen für Zeugen. Bevor es allerdings zu einem Gerichtsprozess kommt sollte die Möglichkeit einer Mediation geprüft werden, denn der Gerichtsweg ist nicht immer der schnellste bei der Anzahl an jährlichen Gerichtsprozessen in Deutschland. Sollten sie den Weg einer Mediation wählen, so werden die angefallen Kosten meist ebenfalls von einer Privatrechtsschutzversicherung übernommen.

Der Privatrechtsschutz darf an dieser Stelle nicht mit einer Privat-Haftpflichtversicherung verwechselt werden. Sie können von der Versicherung Gebrauch machen, wenn sie beispielsweise Streit

  • mit einem Reiseveranstalter haben
  • mit einer Behörde haben
  • mit einer Versicherung haben
  • mit einer Bank haben
  • mit einem Nachbar haben
  • um Schmerzensgeld haben

Wichtig an dieser Stelle: Achten sie immer auf den Leistungsumfang ihrer Privatrechtsschutzversicherung. Es sind nicht pauschal alle Streitfälle mit einem bestimmten Adressaten abgedeckt.

Die Streitfälle müssen ihren privaten Lebensbereich betreffen, andernfalls können sie ihren Privatrechtsschutz nicht in Anspruch nehmen. Als Beispiel sei ein Kauf von einem neuen Fernseher angeführt. Sie bestellen diesen bei einem Online-Händler und lassen sich diesen liefern. Zuhause stellen Sie dann fest, dass die bestellte Ware defekt ist und der Händler weigert sich diesen zu ersetzen, weil er der Meinung ist dass die Ware in einem ordentlich Zustand ausgeliefert wurde. In solch einem Fall können sie dann ihre Privatrechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen. Wenn sie aber mit ihrem PKW ungewollt einen Schaden an der Hecke ihres Nachbarn verursachen und dieser sie auf Schadensersatz verklagt greift ihre Privatrechtsschutz nicht mehr. Für diesen Fall wäre eine Verkehrsrechtsschutzversicherung nötig.

Ein Privatrechtsschutz kann auch dann wichtig werden, wenn es um Streitigkeiten mit Behörden oder Versicherungen geht. So kann beispielsweise gegen einen Bescheid vom Finanzamt vorgegangen werden. Manchmal stellen sich auch Versicherungen bei Schadensregulierungen quer. Manche Versicherungen nehmen sogar das Hinauszögern bewusst hin, um vielleicht gar nicht den Schaden regulieren zu müssen. Mit einer Privat-Rechtsschutzversicherung können sie bei solchen Fällen direkt mit einem Anwalt vorgehen und sich nicht weiter vertrösten lassen. Voraussetzung für eine Regulierung durch den Privatrechtsschutz ist immer eine Aussicht auf Erfolgt des Streits. Ob ihre Versicherung die Regulierung übernimmt erfahren sie häufig direkt und unkompliziert bei einer telefonischen Beratung. Je nach dem kann es auch direkt von einer Beratung in eine Rechtsberatung übergehen und sie können somit direkt abschätzen, wie groß die Chancen für einen möglichen Erfolgt bei Prozess ausfallen.

Das können sie von einer Privatrechtsschutzversicherung erwarten

  • Übernahme der Kosten für unter anderem Gericht, Anwalt, Sachverständige
  • Privatrechtsschutz für gesamte Familie möglich
  • Absicherung vor finanzieller Belastung im privatrechtlichen Sektor
  • Häufig unbegrenzte Versicherungssumme bzw. Deckungssumme

Baustein Berufsrechtsschutz / Berufsrechtsschutzversicherung

berufsrechtsschutzversicherung
Mit einem Berufsrechtsschutz gegen Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber absichern

Mit einem Berufsrechtsschutz bzw. Arbeitsrechtsschutz sichern sie sich gegen mögliche Streitigkeiten mit ihrem aktuellen oder ehemaligen Arbeitgeber ab. Sei es bei einem Streit um Überstunden, einer Abmahnung, Gehalt oder im schlimmsten Fall um eine Kündigung. Wollen sie gegen persönliches Unrecht vorgehen, müssen sie bei einem Rechtsstreit die gesamten Anwaltskosten tragen – egal ob sie den Prozess gewonnen oder verloren haben. Die Gerichtskosten werden hingegen von der unterlegenen Partei getragen. Dazu würden dann in der Regel noch die Anwaltskosten hinzukommen. Sowohl die Gerichts- wie auch die Anwaltskosten richten sich nach der Höhe des Streitwerts. Gerade in Arbeitsrechtlichen Fragen kann der Streitwert schnell höher ausfallen wenn es z.B. um eine Bonuszahlung geht oder eine Abfindung.

Wenn sie für sich solche Risiken am Arbeitsplatz sehen, bietet sich hierfür der Berufsrechtsschutz an. Dieser würde dann im Falle eines Gerichtstreits die Kosten für sie übernehmen und sie müssten somit keine finanziellen Risiken tragen. Zu beachten sind aber an dieser Stelle gewisse Wartezeiten bei manchen Versicherern. Darüber hinaus werden die Kosten nur dann übernommen, wenn eine Aussicht auf Erfolg besteht.

Im Grunde ist eine Berufsrechtsschutzversicherung gar kein Baustein, weil der Berufsrechtsschutz immer mit einem Privatrechtsschutz angeboten wird. Häufig wird dies damit begründet, dass zahlreiche Aspekte aus dem Privatleben sich auf das Berufsleben auswirken können. Es kann somit nicht trennscharf unterschieden werden, ob der Versicherungsfall jetzt dem Privatrechtsschutz oder dem Berufsrechtsschutz zugeordnet werden soll. Aus diesem Grund werden die Bausteine Privat- und Berufsrechtsschutz zusammen angeboten und der Abschluss einer separaten Berufsrechtsschutzversicherung ist aus den oben genannten Gründen nicht möglich.

Nicht immer muss ein Streit aber vor Gericht ausgetragen werden. Die Mediation ist mittlerweile zu einer richtigen Alternative geworden. Hier entscheidet nicht der Richter bzw. das Gericht wer Recht hat, sondern die Streitparteien mit Hilfe eines Mediators. Dieser versucht im Streit zu vermitteln umso eine außergerichtliche Einigung herbei zu führen. Dies spart nicht nur Geld, sondern auch unter Umständen sehr viel Zeit die für ein Prozess nötig wäre. Die Kosten für eine Mediation werden ebenfalls von einer Berufsrechtsschutzversicherung getragen. Achten sie allerding auf eine frei Bestimmung des Mediators in der Versicherungspolice! Sie wollen sicherlich keinen Mediator der im Sinne der Versicherung agiert, denn dieser möchte die Kosten so gering halten wie nur möglich. Von einer unabhängigen Mediation kann hierbei sicherlich nicht mehr gesprochen werden.

Eine Arbeitsrechtsschutzversicherung deckt neben den genannten Sachverhalten auch Leistungen der Krankenkasse und mögliche Probleme bei Berufs- und Altersunfähigkeit ab. So können Leistungen einer Krankenkasse ausgeschlagen werden, welche ihnen aber nach geltendem Recht zustehen würden. Auch hier würde ihr Arbeitsrechtsschutz mit ihnen entsprechende Maßnahmen einleiten, um ihr Recht einzufordern.

Das können sie von einer Berufsrechtsschutzversicherung erwarten

  • Übernahme der Kosten für Gericht und Anwalt
  • Durch Berufsrechtsschutz kein finanzielles Risiko bei hohem Streitwert
  • Mediation als Alternative zu einem Gerichtsprozess

Baustein Immobilienrechtsschutz / Immobilienschutzversicherung

Neben den drei großen Bausteinen Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutzversicherung bieten zahlreiche Anbieter auch einen Immobilienrechtsschutz an. Was vorher zum Teil von einem Privatrechtsschutz abgedeckt wurde, wird nun in einem separaten Baustein angeboten. Dabei unterscheiden die meisten Assekuranzen den Immobilienrechtsschutz in folgende Teilbereiche:

  • Mieter- Rechtsschutz bzw. Wohnungs-Rechtsschutz
  • Vermieter-Rechtsschutz bzw. Eigentümer-Rechtsschutz

Die Unterschiede der Bereiche werden nun im Folgenden näher erläutert. Grob lassen sich die Bereiche in sie Anspruchsgruppen Mieter, Vermieter und Eigentümer unterteilen. Je nach Bedarf und Gruppe werden dann im Baustein die entsprechenden Leistungen in der Police angeboten.

Mieter- Rechtsschutz bzw. Wohnungs-Rechtsschutz

Als Mieter einer Wohnung oder eines Hauses kann es schon einmal zum Streit mit dem Vermieter kommen. Sei es die überhöhte Nebenkostenabrechnung oder eine ungerechtfertigte Kündigung. Mit der passenden Mieterrechtsschutzversicherung können sie sich gegen anfallende Kosten im Streitfall mit ihrem Vermieter absichern. Solch ein Streit kann dabei nicht nur finanziell zu einer Belastung werden, sondern auch gesundheitlich. Tritt beispielsweise Schimmel oder Nässe in der Wohnung auf, agieren nicht immer alle Vermieter im Sinne des Mieters. Eine sofortige Mängelbeseitigung ist in solchen Fällen das einzig Richtige. Doch es wird sicherlich auch Vermieter geben, welche solche Fälle einfach herunter spielen würden und die Schuld dem Mieter zuschieben. Beliebte Ausreden seitens der Vermieter sind hier unter anderem „Falsches Lüften der Wohnung“ oder „Bügel in der Wohnung“.

Neben dem Ärger mit dem Vermieter kann es natürlich auch zu Streitigkeiten mit Nachbarn und weiteren Anliegern kommen. Sicherlich kennen alle die einen Nachbarn, die immer etwas lauter sind als alle anderen und das auch gerne um 2 Uhr morgens. Zwar sollte man nicht bei jeder Lärmbelästigung den Anwalt einschalten; bei andauernden Belästigungen sollte man sich allerdings darüber Gedanken machen. Denn auch die störenden Nachbarn haben sich an geltendes Recht zu halt. Mit einer Wohnungsrechtsschutzversicherung können sie ihr Recht ohne einem finanziellen Risiko durchsetzen. Ein Wohnungs-Rechtsschutz würde in solchen Fällen die Kosten für Gericht und Anwalt tragen.

Der Rechtsschutz für Mieter und Wohnung gilt an dieser Stelle natürlich nicht nur in den Fällen, wo sie gegen jemanden rechtlich vorgehen wollen. Der Schutz greift auch dann, wenn andere gegen sie vorgehen wollen. Ist dieses Vorgehen gegen sie ungerechtfertigt, so können sie ihren Rechtsschutz in Anspruch nehmen und sich entsprechend mit ihrem Anwalt oder einem Mediator dagegen wehren.

Vermieter-Rechtsschutz bzw. Eigentümer-Rechtsschutz

Wo es eine Rechtsschutzversicherung für Mieter gibt, gibt es auch einen Rechtsschutz für Vermieter und Eigentümer. Streit mit dem Mieter kann schneller entstehen als es einem lieb ist. Seien es die Mietrückstände oder die ungerechtfertigte fristlose Kündigung. Gerade Mietnomaden hinterlassen nicht nur hohe Mietrückstände, sondern verwüsten auch noch die Wohnung. Durch das gestärkte Mietrecht sehen sich zahlreiche Vermieter in solchen Situationen eher unterlegen als auf Augenhöhe mit dem Mieter. Bevor die Kosten für eine Räumungsklage in die Hand genommen werden, lassen zahlreiche Eigentümer den säumigen Mieter lieber ziehen. Mit einer Vermieter-Rechtsschutzversicherung können sie in einem Versicherungsfall den gesamten Prozess von einem Spezialisten abwickeln lassen. In der Regel schalten sie den Anwalt ein und dieser wird für sie alle rechtlich nötigen Schritte einleiten. Ihre Rechtsschutzversicherung wird hierbei die Kosten übernehmen und sie müssen sich nicht mehr mit dem Mieter rumstreiten.

Streit kann aber nicht nur während der Mietdauer entstehen, sondern natürlich auch zum Mietende. Auch für solche Fälle können sie sich mit einer Rechtsschutz-Police absichern und die gesamte Übergabe durch einen bestellten Dienstleister durchführen lassen. Die entstandenen Kosten werden dann durch die jeweilige Versicherung getragen. Gerade bei besonders unangenehmen Mietern kann es eine Erleichterung für den Vermieter darstellen, diesen bei der Übergabe nicht noch einmal sehen zu müssen. Als Eigentümer haben sie mit dem Rechtsschutz eine Absicherung nicht nur für die eine bestimmte Wohnung, sondern auf ihrem gesamten Eigentum. Der Versicherungsschutz würde demnach eine Wohnung, ein Haus oder all ihre vermieteten Objekte umfassen. Die beschriebe Versicherung ist an dieser Stelle nur für Privatpersonen und nicht für die gewerbliche Vermietung gedacht.

Sie als Vermieter bzw. Eigentümer haben es aber nicht nur mit Mietern zu tun, sondern auch mit Behörden. So kann es durch aus vorkommen, das die Grundsteuer zu hoch angesetzt wurde oder sie für Kosten an öffentliche Straßen beteiligt werden sollen. Nicht immer ist in solchen Fällen der Sachverhalt klar und manchmal muss man gar nicht für bestimmte Kosten aufkommen. Solche Fälle müssen nicht immer vor Gericht landen, damit eine Entscheidung getroffen werden kann. Eine Eigentümer-Rechtsschutzversicherung würde in solchen Fällen ebenfalls greifen und die Kosten für Anwalt, Gericht und falls nötig Gutachter und Sachverständige übernehmen.

Das können sie von einer Immobilienrechtsschutzversicherung erwarten

  • Übernahme der Kosten für Gericht, Anwalt, Sachverständige
  • Als Vermieter Absicherung gegen säumige Mieter
  • Als Mieter können sie sich gegen arrogante Vermieter wehren
  • Mediation als Alternative zu einem Gerichtsprozess